Funktionsprinzip
Bei der Laserreinigung wird die Verschmutzung ablativ entfernt: Gepulstes Laserlicht trifft auf die Oberfläche, die Schmutz-, Oxid- oder Beschichtungsschicht absorbiert die Energie und löst sich vom Grundmaterial, teils thermisch, teils photochemisch. Die Prozessparameter werden so gewählt, dass die Energie primär in die abzutragende Schicht eingekoppelt wird; der Energieeintrag in das Bauteil bleibt gering (kalte Ablation). Das Verfahren arbeitet berührungslos und trocken, ohne Chemikalien und ohne Strahlmittel, mit minimalem Wasserverbrauch. Abgelöste Partikel und Rauchgase werden abgesaugt.
TeSe setzt auf die Lasersysteme des Technologiepartners FEMTA aus Litauen; je nach Aufgabe sind manuelle wie automatisierte Lösungen (z. B. mit Cobots) möglich.
Laserreinigung arbeitet mit Hochleistungslasern der Laserklasse 4 (nach EN/IEC 60825-1); beim Betrieb sind daher die entsprechenden Laserschutzmassnahmen einzuhalten.
Zwei Pulsklassen, zwei Aufgaben
FEMTA baut zwei Gerätefamilien, die sich in der Pulsdauer unterscheiden. Diese Wahl entscheidet mehr über das Ergebnis als die Leistung allein.
Die Nanosekunden-Klasse arbeitet mit Pulsen von 10 bis 500 ns bei Repetitionsraten bis 8000 kHz. Der kurze Puls setzt seine Energie in einer dünnen Schicht frei; das Grundmaterial nimmt wenig Wärme auf. Das ist die Wahl für Oxidschichten, Beschichtungen und alles, wo das Substrat geschont werden muss. Die Geräte sind luftgekühlt und laufen an einer normalen 230-V-Steckdose.
Die Mikrosekunden-Klasse setzt Pulse von 2 bis 200 µs bei bis zu 5000 Hz. Der längere Puls trägt mehr Material ab und eignet sich für dicke Rost- und Farbschichten oder grosse Flächen. Diese Systeme sind flüssigkeitsgekühlt und brauchen Drehstrom.
Systeme und Leistungsklassen
| Modell | Leistung | Scanfeld | Kühlung | Anschluss |
|---|---|---|---|---|
| LCS-100C | 100 W | 150 × 150 mm | Luft | 230 V, < 4 A |
| LCS-100E | 100 W | 170 × 170 mm | Luft | 230 V, < 4 A |
| LCS-200C | 200 W | 150 × 150 mm | Luft | 230 V, < 5 A |
| LCS-200E | 200 W | 170 × 170 mm | Luft | 230 V, < 5 A |
| LCS-200X | 200 W | 170 × 170 mm | Luft | 230 V, < 5 A |
| LCS-300C | 300 W | 150 × 150 mm | Luft | 230 V, < 6 A |
| LCS-1500C1 | 1500 W | 1 × 400 mm (Linie) | Flüssigkeit | 230 V, 6,5 kW |
| LCS-1500C2 | 1500 W | 300 × 300 mm | Flüssigkeit | 230 V, 6,5 kW |
| LCS-2000C2 | 2000 W | 300 × 300 mm | Flüssigkeit | 400 V, 9 kW |
| LCS-3000C | 3000 W | 300 × 300 mm | Flüssigkeit | 400 V, 12 kW |
| LCS-6000C | 6000 W | 2 × 500 mm (Linie) | Flüssigkeit | 400 V, 24 kW |
Drei Unterschiede lohnen einen zweiten Blick. Die E-Ausführungen scannen ein grösseres Feld (170 statt 150 mm) und haben ein leichteres Handstück, brauchen dafür aber ein grösseres Gehäuse. Der LCS-200X ist der einzige mit frei programmierbaren Scanmustern: Während die übrigen Geräte Linie, Sinus, Kreis und Rechteck beherrschen, lässt sich hier jede Kontur in der Software hinterlegen. Und die Linienscanner LCS-1500C1 und LCS-6000C erzeugen statt eines Quadrats eine schmale, lange Linie, ausgelegt für Bahnenware und grosse Flächen im Durchlauf.
Alle Systeme arbeiten im nahen Infrarot (1064 bis 1080 nm), sind als Klasse-4-Anlagen CE-zertifiziert und mit einem PL-D-Sicherheitsvalidierungsbericht dokumentiert. Die Faserlänge zwischen Gerät und Handstück beträgt serienmässig 5 m und reicht bis 20 m. FEMTA gibt eine Lebensdauer von über 90’000 Betriebsstunden und 24 Monate Garantie an.
In unserem Anwendungslabor in Nürensdorf steht ein LCS-200E aus der Nanosekunden-Klasse. Daran prüfen wir Ihr Bauteil, bevor über eine Anlage entschieden wird. Die vollständigen Datenblätter aller Modelle stehen in der Mediathek bereit.

Vorteile
- Berührungslos: kein mechanischer Kontakt mit dem Bauteil; da ohne Medien gearbeitet wird, fallen keine Strahlmittel- oder Chemikalienrückstände an.
- Selektiv und substratschonend: Die Parameter lassen sich auf die abzutragende Schicht abstimmen, das Grundmaterial wird geschont.
- Kosteneffizient: wenig Verbrauchsmaterial, weniger Handarbeit, niedrige Betriebskosten.
- Nachhaltig: ohne Chemikalien und Abrasive, minimaler Wasserverbrauch, keine Strahlmittel oder Bäder zu entsorgen.
- Automatisierbar: als manueller Arbeitsplatz oder integrierte Lösung, z. B. mit Cobots und Absaugung.
- SUVA-konform: Die eingesetzten FEMTA-Lasersysteme genügen allen schweizerischen gesetzlichen Anforderungen.
Typische Anwendungen
- Luftfahrt
- Medizintechnik und Uhrenindustrie
- Werkzeug- und Formenreinigung (Kunststoff-, Reifen- und Giessformen)
- Metall- und Aluminiumoberflächen (z. B. Entfernen von Oxiden, Rost und Beschichtungen)
- Druck- und Elektronikindustrie
- Automobil- und Lebensmittelindustrie
- Graffiti-Entfernung und Kunstrestaurierung
Grundlage jeder Empfehlung sind Laboranalysen von Kundenmustern. Als technologieneutraler Anbieter prüft TeSe dabei auch, ob ein anderes Verfahren besser zu Ihrer Aufgabe passt.
Verfahren bei TeSe testen
Prüfen Sie die Laserreinigung an Ihren eigenen Bauteilen: 1–2 Stunden Tests gratis; vertiefte Machbarkeitsstudien CHF 1’200 pro Tag, bei Maschinenkauf zu 50 % anrechenbar.
Unterlagen & Videos zu diesem Verfahren
Datenblätter & Broschüren
- FEMTA Laser Cleaning · BroschüreEN
- FEMTA LCS-100C (100 W) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-100E (100 W) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-200C (200 W) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-200E (200 W) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-200X (200 W, frei programmierbare Scanmuster) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-300C (300 W) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-1500C1 (1500 W, Linienscanner) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-1500C2 (1500 W) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-2000C2 (2000 W) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-3000C (3000 W) · DatenblattEN
- FEMTA LCS-6000C (6000 W, Linienscanner) · DatenblattEN
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