Anforderungen der Medizintechnik
In der Medizintechnik ist die Reinigung ein dokumentierter, reproduzierbarer Prozessschritt in einer regulierten Fertigungsumgebung. Partikuläre und filmische Rückstände müssen zuverlässig und schonend entfernt werden — nachvollziehbar und ohne die Funktion oder Oberfläche des Bauteils zu beeinträchtigen.
Das Spektrum reicht von Einzelstücken und Kleinserien bis zu Grossserien — stets mit Chargen-Rückverfolgbarkeit. Als kritisch beurteilte Maschinenparameter werden dabei permanent mitgeschrieben.
Typische Bauteile und Verschmutzungen
Aus dieser Branche reinigen wir vor allem:
- Bauteile: Implantate, chirurgische Instrumente, Dentalteile, Elektronik sowie Batterien für Implantate und Komponenten für die Analytik (z. B. Chromatographie) samt der darin verbauten Teile
- Werkstoffe: Titan, Keramiken, PEEK und Implantatstähle
- Verschmutzungen: Bearbeitungsöle und Emulsionen, Späne und Grate, Passivierungschemikalien sowie Handling-Rückstände
Die Kombination aus regulierter Umgebung, empfindlichen Werkstoffen und funktionskritischen Oberflächen macht die Reinigung anspruchsvoll: Sie muss zuverlässig, schonend und lückenlos dokumentiert sein.
Geeignete Verfahren
Welches Verfahren am besten passt, hängt von Bauteil, Verschmutzung und Stückzahl ab — wir beraten technologieneutral. Besonders für Entgratprozesse — etwa an Titanteilen — eignet sich das CO₂-Schnee- und PowerSnow-Strahlen von ACP: trocken, rückstandsfrei und materialschonend. Für diese Branche kommen insbesondere infrage:
- Plasma- & Corona-Vorbehandlung — Feinstreinigung und Oberflächenaktivierung ohne Chemie
- CO₂-Schneestrahlen — trockenes Schnee- und PowerSnow-Strahlen (ACP), auch zum Entgraten von Titanteilen
- Ultraschallreinigung — gründliche Reinigung feiner Geometrien und Hohlräume im Tauchbad
- Laserreinigung — selektives, berührungsloses Entfernen definierter Verschmutzungen
- Nasschemische Reinigung — wässrige oder lösemittelbasierte Reinigung, auch für Öle und Fette
Folgeprozesse: worauf die Reinigung einzahlt
In der Medizintechnik folgt der Reinigung praktisch jeder denkbare Prozessschritt — von der Passivierung über Beschichtungen aller Art und Laserbearbeitung bis zu Sterilisation, Verpackung und Montage. Weil jeder dieser Schritte eigene Anforderungen an filmische und partikuläre Sauberkeit stellt, definieren wir das Reinheitsziel immer vom nächsten Prozessschritt her — nicht umgekehrt.
Messung und Qualitätssicherung
Sauberkeit ist in der Medizintechnik ein dokumentierter Prüfschritt. Einen Teil der Prüfungen führt TeSe im eigenen Haus durch — Kontrollen unter einem hochauflösenden Mikroskop mit verschiedenen Lichtquellen sowie die Randwinkelmessung zur Bestimmung der Oberflächenspannung. Weiterführende Prüfungen wie Rasterelektronenmikroskopie (REM), Restschmutzanalysen oder chemische und chromatografische Analysen sind überwiegend kundenseitig festgelegte Prozesse, die TeSe teilweise begleitet.
Für die Rückverfolgbarkeit werden Chargen dokumentiert und als kritisch beurteilte Maschinenparameter permanent mitgeschrieben — so bleibt das Ergebnis über die Serie hinweg nachvollziehbar.
Biokompatible Medien und Anlagentechnik
Für biokompatible Anforderungen kommen je nach Anwendung zwei Medienwege infrage: modifizierte Alkohole (etwa ZET clean 82 und 82i), die ihre Biokompatibilität in Vakuum-Anlagen vom Typ RCTS entfalten, sowie wässrige Medien — darunter Passivierungsmittel. Beide lassen sich in Reihentauchanlagen oder in kombinierten Einkammer-Anlagen einsetzen, ausgeführt als RUT und RCTS (TwinTec-Systeme der Karl Roll GmbH). Gemeinsam mit ZET-Chemie stimmen wir Medium, Anlage und Prozess so aufeinander ab, dass Reinigung und Weiterverarbeitung zusammenpassen.
Praxisbeispiele
Wie breit die Medizintechnik-Reinigung bei TeSe abgedeckt ist, zeigen einige Beispiele:
- Die Gloor AG in Burgdorf reinigt medizinische Gasarmaturen für Spitäler in Roll-Entfettungsanlagen.
- Zahninstrumente werden in grossen Stückzahlen in Roll-Entfettungsanlagen gereinigt.
- Optische Elektroniken für Endoskope werden in einer von TeSe revidierten Anlage gereinigt.
- Keramische Kapillaren für die Medizin werden mit CO₂-Schnee gereinigt.
- Implantate und Werkzeuge werden mit CO₂-PowerSnow an Titanteilen entgratet.
Häufige Fragen
Welche Medizintechnik-Teile reinigt TeSe? Implantate, chirurgische Instrumente, Dentalteile, Elektronik und Batterien für Implantate sowie Analytik-Komponenten (z. B. für die Chromatographie) und die darin verbauten Teile.
Ist die Reinigung dokumentiert und rückverfolgbar? Ja. Chargen werden dokumentiert, und als kritisch beurteilte Maschinenparameter werden permanent mitgeschrieben.
Wer führt die Sauberkeitsprüfungen durch? TeSe prüft im eigenen Haus mit hochauflösendem Mikroskop (verschiedene Lichtquellen) und Randwinkelmessung. Weiterführende Analysen (REM, Restschmutz, chemisch/chromatografisch) sind überwiegend kundenseitige Prozesse, die TeSe teilweise begleitet.
Gibt es biokompatible Reinigungsmedien? Ja. Je nach Anwendung modifizierte Alkohole (z. B. ZET clean 82 / 82i) in Vakuum-Anlagen vom Typ RCTS oder wässrige Medien wie Passivierungsmittel — betrieben in Reihentauch- oder Einkammer-Anlagen (RUT und RCTS, TwinTec-Systeme der Karl Roll GmbH).
Verfahren bei TeSe testen
Ob ein Verfahren die Anforderungen Ihrer Branche am konkreten Bauteil erfüllt, zeigt der Versuch: 1–2 Stunden Tests gratis. Vertiefte Machbarkeitsstudien: CHF 1’200 pro Tag, bei Maschinenkauf zu 50 % anrechenbar.
Unterlagen & Videos
Datenblätter & Broschüren
Nasschemische Reinigung (wässrig) — Karl Roll
Lösemittelreinigung — Karl Roll
Plasma- & Corona-Vorbehandlung — Ferben
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CO₂-Schnee & PowerSnow — ACP
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