Funktionsprinzip
Elektrostatische Aufladungen entstehen überall dort, wo Materialien getrennt, gerieben oder bewegt werden — besonders bei elektrisch nicht leitenden Werkstoffen wie Kunststoffen, Folien oder Glas. Aufgeladene Oberflächen ziehen Staub und Partikel aus der Umgebungsluft an, stören nachfolgende Prozessschritte wie Lackieren, Bedrucken oder Verkleben und können bei unkontrollierten Entladungen empfindliche Bauteile beeinträchtigen.
Die Ionisation wirkt diesem Effekt gezielt entgegen: Ionisationsgeräte erzeugen an Elektrodenspitzen mittels Hochspannung positive und negative Ionen. Treffen diese auf eine geladene Oberfläche, wird die Ladung neutralisiert. In Kombination mit Druckluft — etwa in Ionen-Pistolen — werden anhaftende Partikel im gleichen Arbeitsschritt abgeblasen, ohne dass die Restladung sie sofort wieder anzieht.
TeSe setzt auf Ionisationstechnik des Technologiepartners Simco-Ion und bietet handgeführte wie stationäre Lösungen an. Für die manuelle Entladung und Abreinigung sind im TeSe-Shop die Ionen-Pistolen Cleanflex Easy, TopGun und Cobra verfügbar.
Typische Probleme aus der Praxis
Kunden kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen zu uns — meist steckt eines dieser Muster dahinter:
- Staub auf frisch gereinigten Teilen: Die Oberfläche lädt sich beim Handling wieder auf und zieht Partikel an — die Reinigung wirkt „wirkungslos”.
- Folien und Teile kleben zusammen oder lassen sich nicht sauber vereinzeln und positionieren.
- Schläge und Funken am Arbeitsplatz — unangenehm fürs Personal und riskant für ESD-empfindliche Baugruppen.
- Ausschuss beim Bedrucken, Lackieren oder Verkleben, weil Ladung Partikel anzieht oder den Materialfluss stört.
In all diesen Fällen lohnt sich zuerst eine Messung — denn wirksam bekämpfen lässt sich nur, was man kennt.
Aufladung messen: erst wissen, dann handeln
Ob und wie stark eine Oberfläche geladen ist, zeigt das Feldstärken-Messgerät Simco-Ion FMX-004: Es misst die statische Aufladung mit Anzeige in Volt bzw. Kilovolt und erkennt zusätzlich die Polarität der Ladung — die Grundlage, um die passende Entlade- oder Auflade-Lösung auszulegen. Das FMX-004 ist bei TeSe auch käuflich erhältlich, damit Sie Ladungswerte im eigenen Prozess dauerhaft überwachen können.
Auf Wunsch führen wir Messungen direkt bei Ihnen vor Ort durch — im laufenden Prozess, dort wo das Problem entsteht.
Intelligente Ladungskontrolle: die IQ-Easy-Plattform
Elektrostatik lässt sich heute nicht nur neutralisieren, sondern intelligent regeln: Die IQ-Easy-Plattform von Simco-Ion passt Auf- und Entladung automatisch an die im Prozess gemessenen Werte an — Sensoren erfassen die Restladung, die Geräte regeln in Echtzeit nach. Als zentrale Steuerung verbindet der Smart SLC (Simco-Ion Logic Controller) bis zu 84 IQ-Easy-Geräte; der Zugriff erfolgt über gängige Steuerungsprotokolle via Feldbus (z. B. EtherNet/IP, ProfiNet) direkt aus der Maschinensteuerung — oder browserbasiert per Laptop, Tablet und Smartphone. Das bewährte Manager-IQ-Easy-System ist weiterhin erhältlich. Zentrale Überwachung und Echtzeit-Optimierung verbessern die Produktionsqualität und reduzieren Ausfallzeiten.
Mehr als Entladen: gezieltes Aufladen und Messtechnik
Dieselbe Technik beherrscht auch die Gegenrichtung. Beim In-Mould-Labeling (IML) — einer Stärke von Simco-Ion — hält eine gezielte statische Aufladung das Dekorationslabel während des Spritzgiessens präzise an der inneren Formoberfläche: exakte Platzierung, effizienter Prozess. Und Elektrostatik taugt als Messtechnik: Schlägt die Ladung eines Ladebalkens an einer Fehlstelle durch, lassen sich damit Foliendefekte detektieren und Perforationen messen — zuverlässige Inline-Qualitätskontrolle in der Folienverarbeitung.
Sortiment, Demo-Geräte und Lieferfristen
- Demo-Sortiment: Für Versuche stehen Demo-Geräte bereit — zum Testen, Ausleihen oder Mieten, bei Ihnen im Prozess oder bei TeSe.
- Stäbe auf Kundenmass: Ionisationsstäbe und -balken werden auf Ihre Einbausituation gefertigt; die Lieferfrist liegt typischerweise bei 1–3 Wochen.
- ATEX-Ausführungen: Für Ex-Zonen sind ATEX-Varianten erhältlich — sie sind nicht am Lager und werden projektbezogen organisiert. Bewährtes Vorgehen: mit dem Standardgerät testen, dann die ATEX-Ausführung bestellen.
- Beratung & Vor-Ort-Einsatz: Von der Messung über die Positionierung der Stäbe bis zur Einbindung in die Steuerung — alles aus einer Hand.
Grenzen und Planung: worauf es ankommt
Ionisation wirkt zuverlässig — wenn die Auslegung stimmt. Aus der Praxis kennen wir drei typische Stolpersteine:
- Kombinierte Ursachen: Steckt hinter dem Problem nicht nur Elektrostatik, sondern zusätzlich ein physikalisches Thema (z. B. Strömung, Mechanik, Feuchte), greift ein Ionisationsstab allein zu kurz — dann braucht es die Analyse des Gesamtprozesses.
- Platz und Position: In bestehenden Anlagen fehlt oft der Platz, den Stab dort einzubauen, wo er wirken müsste. Wirkabstand und Einbauort entscheiden über den Erfolg.
- Mehrere Entladeorte: Muss an verschiedenen Stellen entladen werden, wird die Frage der Steuerung (und der Kosten) zentral — hier zahlt sich die vernetzte IQ-Easy-Plattform aus.
Genau diese Punkte klären wir in der Beratung oder direkt vor Ort — bevor investiert wird.
Warum TeSe für Elektrostatik
- Verfahren kombinieren: Elektrostatik denken wir zusammen mit Plasma- & Corona-Vorbehandlung und der Teilereinigung — oft löst erst die Kombination das Problem.
- Tiefes Verfahrens- und Technikwissen mit persönlicher Beratung statt Katalogverkauf.
- Simco-Ion-Testlabor: Für anspruchsvolle Fälle steht das umfangreiche Testlabor des Herstellers zur Verfügung.
- Erfahrener Verfahrenstechniker: In der Schweiz unterstützt uns ein Simco-Verfahrenstechniker mit zwei Jahrzehnten Erfahrung in elektrostatischen Applikationen quer durch die Branchen.
Praxisbeispiele
- Ein Schweizer Hersteller von Grossformat-Druckmaschinen (Flachbett- und Rollendrucker für Werbeplakate) setzt Ionisationstechnik ein, damit Ladung weder Staub anzieht noch das Druckbild stört.
- Ein Hersteller von IML-Handlingsystemen nutzt gezielte Aufladung, um Labels präzise in die Spritzgussform einzubringen und zu positionieren.
- In der Elektronikfertigung versorgt Simco-Ion-Technik Maschinen und Handarbeitsplätze mit neutraler ionisierter Luft.
- Bei einem Grossanlagenhersteller der Verpackungsindustrie sichern Simco-Ion-Stäbe die Prozesssicherheit; in der Kunststoffverarbeitung fixiert Elektrostatik Labels beim IML.
Vorteile
- Reduziert die Staubanziehung aufgeladener Oberflächen und damit Nacharbeit und Ausschuss
- Trockenes Verfahren ohne Chemikalien, keine Trocknungsschritte nötig
- Entladung und Abblasen anhaftender Partikel in einem Arbeitsschritt
- Handgeführte Geräte für den Arbeitsplatz, stationäre Systeme für die Integration in Fertigungslinien
- Verringert das Risiko unkontrollierter elektrostatischer Entladungen an empfindlichen Baugruppen
- IQ-Easy-Plattform: automatische Anpassung von Auf- und Entladung an gemessene Prozesswerte
- Anbindung an Maschinensteuerungen über gängige Feldbus-Protokolle (z. B. EtherNet/IP, ProfiNet)
- Messbar statt gefühlt: Feldstärke und Polarität mit dem FMX-004 erfassen — vor und nach der Massnahme
Typische Anwendungen
- Kunststoffverarbeitung: Entladung und Abreinigung von Spritzgussteilen vor Montage oder Verpackung
- Lackieren, Bedrucken und Beschichten: partikelarme Oberflächen vor dem Auftrag
- Folien- und Druckverarbeitung mit ladungsbedingten Handling-Problemen
- Montage- und Verpackungsprozesse, in denen anhaftender Staub die Qualität beeinträchtigt
- Arbeitsplätze mit ESD-empfindlichen Komponenten
- In-Mould-Labeling (IML): gezielte Aufladung fixiert Labels im Spritzgiesswerkzeug
- Inline-Qualitätskontrolle: Detektion von Foliendefekten und Perforationsmessung per Ladungsdurchschlag
Häufige Fragen
Wie misst man elektrostatische Aufladung? Mit einem Feldstärken-Messgerät wie dem Simco-Ion FMX-004: Es zeigt die Ladung in Volt bzw. Kilovolt an und erkennt die Polarität. TeSe misst auf Wunsch direkt bei Ihnen im Prozess; das Gerät ist auch käuflich erhältlich.
Wie entlädt man Kunststoffteile oder Folien? Mit Ionisation: Geräte von Simco-Ion erzeugen positive und negative Ionen, die die Ladung auf der Oberfläche neutralisieren — als Stab/Balken in der Linie, als Ionen-Pistole mit Druckluft am Arbeitsplatz oder als vernetzte IQ-Easy-Lösung.
Warum zieht Kunststoff nach der Reinigung sofort wieder Staub an? Weil die Oberfläche beim Handling erneut auflädt und Partikel aus der Luft anzieht. Abhilfe schafft die Entladung im richtigen Moment — idealerweise kombiniert mit ionisierter Abblasung im letzten Prozessschritt.
Kann ich Geräte vor dem Kauf testen? Ja. TeSe hält ein Demo-Sortiment zum Testen, Ausleihen oder Mieten bereit — und 1–2 Stunden Versuche bei uns sind gratis.
Wie schnell sind Ionisationsstäbe lieferbar? Stäbe und Balken werden auf Ihre Einbausituation gefertigt; die Lieferfrist beträgt typischerweise 1–3 Wochen.
Gibt es ATEX-Ausführungen für Ex-Zonen? Ja, projektbezogen bestellbar. Üblich ist, mit dem Standardgerät zu testen und danach die ATEX-Variante zu beschaffen.
Verfahren bei TeSe testen
Ob Ionisation Ihr Staub- oder Ladungsproblem löst, prüfen wir gemeinsam an Ihren Bauteilen: 1–2 Stunden Tests gratis. Vertiefte Machbarkeitsstudien: CHF 1’200 pro Tag, bei Maschinenkauf zu 50 % anrechenbar.
Unterlagen & Videos zu diesem Verfahren
Elektrostatik / Ionisation — Simco-Ion
Statische Entladung (Ionisation) 16 Datenblätter
Ionisierende Stäbe
Statische Aufladung 8 Datenblätter
Messung & Kontrolle 4 Datenblätter
Videos
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