Anforderungen der Kunststoffverarbeitung
In der Kunststoffverarbeitung entscheiden Vorbehandlung und Aktivierung der Oberfläche über die Haftung beim Kleben, Bedrucken und Lackieren. Niedrige Oberflächenenergie und elektrostatische Aufladung sind dabei die typischen Hürden.
Die Aufgaben reichen von Klein- bis Grossserien — vom empfindlichen Einzelteil bis zur Bahnenware im Takt. Neben Aktivierung und Feinreinigung gehört dazu auch die schonende wässrige Reinigung von Kunststoffgebinden.
Typische Bauteile und Werkstoffe
Aus dieser Branche behandeln wir vor allem:
- Bauteile: Spritzgussteile, Folien und Bahnenware, technische Kunststoffteile, Gehäuse sowie medizinische Kunststoffteile
- Werkstoffe: gängige Thermoplaste wie PP, PE, POM, PA, PC, ABS, PEEK und PTFE, dazu Elastomere und TPE, Kautschuke sowie Werkstoff-Kombinationen
- Themen & Verunreinigungen: Trennmittel und Entformungshilfen, Migrationsstoffe, Staub und Partikel — vor allem aber niedrige Oberflächenenergie und elektrostatische Aufladung
Geeignete Verfahren
Welches Verfahren am besten passt, hängt von Bauteil, Verschmutzung und Stückzahl ab — wir beraten technologieneutral. Für diese Branche kommen insbesondere infrage:
- Plasma- & Corona-Vorbehandlung — Oberflächenaktivierung für bessere Haftung (Plasma und Corona von Ferben; Corona auch für Folien und Bahnenware)
- CO₂-Schneestrahlen — trockene, schonende Reinigung empfindlicher Kunststoffteile (CO₂-Schnee und PowerSnow von ACP)
- Elektrostatik & Ionisation — Entladung und Abreinigung elektrostatisch aufgeladener Oberflächen (Simco-Ion, auch für In-Mould-Labeling)
- Nasschemische Reinigung — schonende wässrige Reinigung, u. a. von Kunststoffgebinden (grosse Anlage von Karl Roll GmbH mit kombinierter Warmluft-Vakuumtrocknung)
Folgeprozesse und Oberflächenfunktionalisierung
Der Oberflächenbehandlung folgen typischerweise Kleben, Bedrucken, Lackieren, Beschichten, Kaschieren, Schweissen und Montage. Jeder dieser Schritte verlangt eine ausreichend aktivierte, definiert vorbereitete Oberfläche.
Über die reine Aktivierung hinaus lassen sich mit Plasma und geeigneten Präkursoren Schutzschichten aufbringen — etwa gegen UV- und Witterungseinflüsse, um die Alterung zu bremsen, oder hydrophobe Beschichtungen als Schutz.
Anwendungsbeispiele
Typische Anwendungen aus der Kunststoffverarbeitung bei TeSe:
- Nach dem Folieren von Spritzgussteilen — etwa Backofen-Blenden — entfernt CO₂-Schnee den Folienüberstand, sodass eine saubere, unverletzte Kante sichtbar bleibt.
- Formkanten lassen sich mit PowerSnow (ACP) von Teilen entfernen, zum Beispiel an spritzgegossenen Schrauben, die anschliessend beschichtet werden.
- Für das In-Mould-Labeling sorgt Elektrostatik von Simco-Ion für die zuverlässige Positionierung des Labels im Werkzeug.
- Vor Beschichtungs- und Klebeprozessen aktiviert Plasma bzw. Corona (Ferben) die Oberfläche für bessere Haftung.
- Ein Luxusgüterhersteller wäscht seine internen Gebinde in grossen Mengen in einer grossen wässrigen Anlage von Karl Roll GmbH — mit kombinierter Warmluft-Vakuumtrocknung, damit die Teile, insbesondere Thermoplaste, nicht zu heiss werden und formstabil bleiben. Entscheidend sind hier Sauberkeit, Partikelfreiheit, Freiheit von elektrostatischer Aufladung und 100%ige Trockenheit.
Messung und Qualitätssicherung
Für Kunststoffe prüft TeSe die Oberfläche vollständig im eigenen Haus: Randwinkelmessung (Oberflächenspannung), Kontrollen unter dem hochauflösenden Mikroskop sowie Testtinten zur schnellen Beurteilung der Benetzbarkeit. So lässt sich der Aktivierungsgrad vor dem Folgeprozess zuverlässig bestätigen.
Häufige Fragen
Welche Kunststoffteile behandelt TeSe? Spritzgussteile, Folien und Bahnenware, technische Kunststoffteile, Gehäuse und medizinische Kunststoffteile — aus Thermoplasten, Elastomeren/TPE, Kautschuken sowie Werkstoff-Kombinationen.
Warum ist eine Vorbehandlung nötig? Viele Kunststoffe haben eine niedrige Oberflächenenergie. Plasma bzw. Corona aktiviert die Oberfläche, damit Kleben, Bedrucken und Lackieren zuverlässig haften.
Wie wird die Oberfläche geprüft? Über Randwinkelmessung, Mikroskop und Testtinten — alles im eigenen Haus bei TeSe.
Lassen sich Schutzschichten aufbringen? Ja. Über Plasma mit Präkursoren, etwa für UV- und Witterungsschutz oder hydrophobe Beschichtungen.
Reinigt TeSe auch Kunststoffgebinde? Ja. Für die schonende Reinigung grosser Gebinde-Mengen steht eine grosse wässrige Anlage von Karl Roll GmbH mit kombinierter Warmluft-Vakuumtrocknung bereit — für formstabile, partikelfreie, elektrostatikfreie und 100 % trockene Teile.
Verfahren bei TeSe testen
Ob ein Verfahren die Anforderungen Ihrer Branche am konkreten Bauteil erfüllt, zeigt der Versuch: 1–2 Stunden Tests gratis. Vertiefte Machbarkeitsstudien: CHF 1’200 pro Tag, bei Maschinenkauf zu 50 % anrechenbar.
Unterlagen & Videos
Datenblätter & Broschüren
Nasschemische Reinigung (wässrig) — Karl Roll
Plasma- & Corona-Vorbehandlung — Ferben
- Ferrarini & Benelli · BroschüreEN
CO₂-Schnee & PowerSnow — ACP
- PowerSnow · BroschüreEN
- JetWorker · DatenblattDEEN
- JetWorker High Purity · DatenblattEN
- JetStation · DatenblattDEEN
- JetStation High Purity · DatenblattEN
- JetModule · DatenblattDEEN
- JetModule High Purity · DatenblattEN
- JetCell · DatenblattDEEN
- JetCell High Purity · DatenblattEN
- High Purity Cleaning · BroschüreEN
- ACP Systems AG · ZertifikatDE
- quattroClean CO₂ (Linde) · ZertifikatEN
Elektrostatik / Ionisation — Simco-Ion
Statische Entladung (Ionisation) 16 Datenblätter
Ionisierende Stäbe
Statische Aufladung 8 Datenblätter
Messung & Kontrolle 4 Datenblätter
Videos
Plasma- & Corona-Vorbehandlung
CO₂-Schneestrahlen
Elektrostatik / Ionisation
Prozesschemie